04.09.22 - Tauchen auf Fulidhoo

Die erste Nacht hier hab ich super geschlafen, war schon vor zehn weg und dann um dreiviertel 7 oder so wach. Um halb 8 bin ich aufgestanden und einen Stock nach oben zum Frühstück. Da ich nicht auf Eier und Würstchen stehe, war's überschaubar, aber es gab echte Butter (keine Margarine) und die aus Deutschland. Draußen war es mehr als nur ein bisschen grau. Zum Glück ging es heute ja eh unter Wasser, denn es sollte halt echt mal den ganzen Tag durchregnen.

Ich warf mir schnell noch eine Kotzpastille ein, dann gings los die wenigen Meter zum Tauchcenter und fast direkt aufs Boot. Mit mir unterwegs war ein netter Typ aus Singapur (Geschichtslehrer) und Hussein (Englischlehrer) mit seiner Frau aus Kuwait. Und die zwei waren heute mein absoluter Jackpot, ausgestattet mit Gopro und Unterwasserkamera war es für Hussein gar kein Thema, dass wir uns danach nochmal treffen und ich alle Fotos und Videos bekomme, juhu.

Die Fahrt auf dem geräumigen Tauchboot ging los und es war schon ein ziemlicher Seegang, aber mir ging es super. Unterwegs sahen wir auch einige Delfine und deuteten das als gutes Omen für unsere Tauchgänge. Nach einer Stunde Fahrt kamen wir am ersten Tauchspot an, quasi vor der Terrasse einiger Wasserbungalows auf einer klitzekleinen Resortinsel. Schon doof, zahlst ein Schweinegeld und dann dümpeln die Taucher vor dir rum. Und schütten tuts auch noch 🤣 Wir machten uns fertig und Minuten später tauchten wir ab. Wir befanden uns wohl am Rande eines Kanals, das konnte man heute leider nicht so genau erkennen. Durch das schlechte Wetter hier seit einer Woche ist das Wasser natürlich sehr aufgewühlt und die Sicht dementsprechend eingeschränkt. Aber Haie sind ja ziemlich groß und gut zu sehen 😎

Wir waren erst wenige Minuten unter Wasser, als sie schon auftauchten. Wir am Rande des Kanals, die Haie schwammen direkt vor uns hin und her. Und da hier oft eine starke Strömung herrscht, hatten wir Haken bekommen, mit denen konnten wir uns am felsigen Boden einhängen und dann einfach treiben lassen. Fast wie Kino! 

Apropos Kino, die Videos sind für hier zu groß, die gibts nur im Whatsapp-Status. 15 Riffhaie waren uns "versprochen" worden, wir sahen mindestens doppelt so viele, echt der Hammer! Bisher gabs da immer nur einzelne. Ansonsten gab es riesige Fischschwärme, eine Muräne und eine krabbelnde Seegurke. Insgesamt wirkte alles recht grau, aber das liegt natürlich auch daran, dass der Himmel dunkelgrau war und von oben somit kaum Licht ankam. 


Nach einer guten dreiviertel Stunde tauchten wir wieder auf und wurden von strömendem Regen begrüßt. Da war nicht viel mit Aufwärmen und mir war doch mal wieder etwas kalt, wenn auch lange nicht so kalt wie in Ägypten im Januar... 

Wir fuhren wieder ein Stück zurück in Richtung unserer Insel zum zweiten Tauchplatz. Der unterschied sich völlig vom ersten. Haie gab es hier nur wenige, dafür aber riesige bunte Fischschwärme. Die Strömung war hier aber genauso stark, man konnte sich einfach treiben lassen. 




Außerdem scheuchten wir zwei Stachelrochen auf. Die liegen nämlich unten im Sand und buddeln sich selbst ein, sodass nur der Stachel rausschaut. 



Mein persönliches Highlight hatten wir dann in den allerletzten Minuten, als wir kurz vorm Auftauchen waren und wir über einen versteckt schlafenden Ammenhai hinweg trieben. So einen habe ich, soweit ich weiß, noch nie gesehen! 

Zurück auf dem Boot regnete es noch immer. Ich freute mich tatsächlich auf eine warme Dusche! Wir alle wohl. Und in die ging es auch, als wir gegen halb 2 wieder an Land waren. Netterweise ist für 70$ pro Tauchgang das Equipment-Waschen inklusive 🤣 (kleiner Preisvergleich: 2016 Malaysia: 8 Tauchgänge + 3 Übernachtungen für ca. 150€...)

Nach der Dusche lief ich mit Notebook und Regenschirm zu Husseins Unterkunft, ca. zwei Häuser weiter. Dort gibts ein Restaurant mit einer Nespresso-Maschine und Cappuccino! Wir zogen tonnenweise Bilder und Videos auf mein Notebook und quatschten eine Zeit lang, dann lief ich wieder zurück und ging ins Bett. Da ist es wenigstens trocken. Draußen ist es einfach nur nass, auf den Wegen hier steht schon überall das Wasser. Die nächsten Stunden verbrachte ich damit, die zig Videos und Fotos zu sichten und auszusortieren. Die beiden haben echt ganze Arbeit geleistet, soviel hätte ich nie aufgenommen! Aber ich bin echt am Überlegen, ob ich mir vielleicht auch so eine Tauchbox für meine Kamera kaufe, das ist trotzdem nochmal was anderes als bei der Gopro. Und man hat halt auch Zoom. So gerade bin ich abgeschweift und hab gekuckt, die Dinger sind teurer als ne echte Gopro 🙈 da muss ich nochmal drüber schlafen. Wenn dann, wenn ich mal die Kamera selbst austausche, dass ich mir dann sowas gönne...

Um halb acht gabs Abendessen, heute versuchte ich mein Glück nochmal mit Nudeln und war deutlich erfolgreicher als vor einigen Tagen. Penne al dente mit einer cremigen Soße und dazu Salat. Wobei Salat hier so eine Sache ist. Es war eher Kohl oder sowas mit etwas Orange und Dosenananas. Aber wenn man in den einzigen "Supermarkt" kuckt, weiß man, hier darf man nicht wählerisch sein. Von wegen Lebensmittelknappheit in Sri Lanka! Hier ist die Auswahl wesentlich geringer! Wahrscheinlich kommt nur einmal pro Woche ein Schiff mit Lieferung. 

So, jetzt ist es auch schon Viertel zehn und der Blog ist fertig. Morgen soll das Wetter besser werden, man darf gespannt sein. Ach ja, draußen regnet es. Noch immer...

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