28.7.22 - Wir haben es geschafft!!!
In Bivio war ich zwar nicht sehr spät im Bett, hab aber nicht
allzu gut geschlafen. Um halb 8 gabs dafür ein richtig gutes Frühstück, sogar
mit frischem O-Saft. Das war auch bitter nötig, denn was dann kam, damit hatte
niemand gerechnet.
Relativ pünktlich fuhren wir (5/6 des Teams, der Rest hustete zu stark) mit den Rädern los und sofort ging es gut 500 Höhenmeter steil bergauf. Frei nach dem Motto „Wer sein Fahrrad liebt, schiebt“, viel fahren ging bei mir nämlich nicht mehr. Der Untergrund war auch nicht gerade toll, viel grober Schotter, da war laufen schon fast angenehm… Andere haben aber durchgezogen und nicht einen Meter geschoben – zumindest bergauf. Respekt an das führende Mädels-Duo und Sieger der Bergetappe!
Oben auf 2310m waren wir noch guter Dinge, jetzt sollte es ja bergab gehen.
Doch was dann kam, war nicht das, was wir uns vorgestellt hatten.
Es ging einen steilen, steinigen Serpentinen-Wanderweg hinunter, viel war da
nicht mit Fahren, die gut gemachten Höhenmeter schoben oder trugen wir dir
Räder zu einem Großteil (stellenweise waren es über 30% Gefälle)
Doch irgendwann mit einer Stunde Verspätung war auch das
geschafft und wir rollten einige Kilometer weiter bis zu Sandra, die uns wieder
mit kühlen Getränken erwartete. Nach einer kurzen Pause ging es weiter bergab in
Richtung italienische Grenze. Kurz davor hatten wir dann unsere erste und
einzige Panne, Micha hatte einen platten Hinterreifen.
Nach einem kurzen Stopp an der Grenze kam eigentlich der
beste Part, denn wir rollten auf einem angenehmen geteerten Radweg in Richtung
Lago. Erst die letzten 30km wurden dann nochmal kräftezehrend, wir machten bei
Gegenwind ordentlich Tempo.
Am Lago di Mezzola 15km vorm Ziel überraschte uns Sandra
noch ein letztes Mal mit leckerer Wassermelone. Eine dreiviertel Stunde später
war es dann soweit, wir rollten am Seeufer entlang in Domaso ein.
Es ging vorbei am Campingplatz meiner Kindheit (hier habe
ich 18 Jahre lang die erste Pfingstferienwoche verbracht) und nur 500m weiter war
unser Ziel, das Lake Hostel.
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Wir bezogen die Zimmer und feierten uns mit einem Sprung ins
angenehm kühle Nass. Man glaubt gar nicht, wie schön sich das anfühlen kann, nach
250km im Sattel. Es war nicht das härteste, was ich jemals gemacht habe (ich sag
nur Kilimanjaro), aber vermutlich reiht es sich zusammen mit Inka-Trail und Ciudad
Perdida direkt dahinter ein.
Nach einer kurzen Erholung am See gabs ne kalte Dusche und
eine kalte Lemon Soda, bevor wir zum Pizzaessen aufbrachen. Für die Pfingstferien-Insider:
Wir landeten tatsächlich in „der einen“ Pizzeria. Und die war echt günstig. 8€
für eine Pizza mit Büffelmozzarella, 12€ für den Liter Wein. Selten war eine
Pizza so lecker. Schön aus dem Holzofen.
Im Anschluss gabs dann noch das obligatorische Eis, bevor
wir zurück zur Unterkunft liefen. Ein Teil ging noch Feiern, der andere verzog
sich so langsam auf Balkon (mit Seeblick) oder ins Bett. Es war ziemlich warm,
aber heute schlief ich richtig gut.
Um acht gabs ein kleines Frühstück mit Cappuccino am Seeufer,
danach wurde gepackt und um 9.26 Uhr (11 Stunden, nachdem Matthias mit dem
Hänger ankam) fuhren wir ab.
Die Strecke zog sich ziemlich, v.a. bis wir den Maloia-Pass
oben waren, vergingen schon eineinhalb Stunden. Dann noch über einen weiteren
Pass und in Richtung Chur, war ganz witzig, weil wir immer wieder Stellen sahen
oder passierten, über die wir in den letzten Tagen geradelt waren. Schon ziemlich
bekloppt, wie steil das stellenweise war.
Dann pennten wohl alle nacheinander ein. Jetzt ist es gleich
halb 5, wir sind eine Stunde vor München. Wenn alles gut geht, sind wir gegen
10 zurück in Selb. Dann heimfahren, aus- und umpacken, duschen und dann noch
einmal im eigenen Bett schlafen, bevor es richtig losgeht 😉


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