14.08.22 - Weiterfahrt nach Batticaloa - ich bin am Meer

Die 2. Nacht in Polunnaruwa schlief ich wesentlich besser. Fan dieses Mal gleich auf der höheren Stufe, Mücken rechtzeitig gekillt, dann lief es. Um 7 oder so war ich dann wach, blieb aber noch ne gute Stunde liegen, Frühstück hatte ich mir erst auf halb 9 gewünscht. Heute war es herzhafter mit scharfen Samosas und gefüllten Rotis, sehr lecker. Dazu wieder Obst und Tee.

Für zwei Nächte mit Frühstück, Tee und Keksen am Nachmittag und Fahrrad zahlte ich keine 12€. Ich rundete das auf vielleicht 14 auf. Dafür wurde doch gleich noch vom Papa des Hauses das Tuktuk rausgekehrt und die Scheibe gewischt. So eine liebenswürdige, herzliche Familie, denen geht es nicht ums Geld, sie wollen einen wirklich glücklich machen. Und das haben sie. Ein Foto zum Abschluss gab es dann für „beide Seiten“ und dann fuhren Stukkiyi und ich davon.

Ca. 100km lagen vor uns, also locker 3h, die ich mir mit Podcast hören unterhaltsamer machte. Die ersten 50km war die Strecke sehr langweilig, eine gut ausgebaute Straße  mit sehr wenig Verkehr und größtenteils durch sehr trocken wirkende Landschaft. Danach fand ich eine Tankstelle, wir waren knapp unter halb und ich konnte immerhin gut 2l Sprit ohne QR ergattern. Damit waren wir fast wieder voll. 25-30km sind wohl mit einem Liter drin, wenn man freundlich fährt und im Gegensatz zu den meisten anderen Tuktuks hat Stukkiyi ja nur vielleicht 80kg zu tragen. Wenn da noch 100kg mehr auf der Rückbank sind, merkt man das sicher auch.

Kurz darauf wurde ich das erste Mal von der Polizei rausgezogen. Die stehen hier immer wieder mit Straßensperren, durch die man Slalom fahren muss, aber kaum einer kontrolliert was. Der heute auch nicht. Er war Kategorie 1: will reden. Kam mir trotzdem vor wie ein Verhör in gebrochenem Englisch 🤣 Meine Handynummer bekam er trotzdem nicht. Er war einfach neugierig. Als ich dann irgendwann fragte, ob ich denn weiterfahren dürfe, war er nicht begeistert, aber ich durfte.

Kurze Zeit später machte ich noch eine Kokosnusspause, bevor ich bis Batticaloa weiterfuhr. Komischerweise war dann Meer auf der rechten statt der linken Seite (ich komme die Westküste runter), denn die Stadt liegt auf einer Insel oder Halbinsel und daneben ist eine Lagune. Ich hatte mir eine Unterkunft etwas außerhalb ausgesucht, nahe beim Strand, doch ihre Umgebung wirkte ziemlich verlassen, sodass ich spontan weitersuchte. Eine zweite war noch 2km nördlich auf einer ganz schmalen Landzunge. Und die Fahrt dorthin gefiel mir, direkt am Meer entlang, nur getrennt durch einen breiten, völlig leeren Sandstrand mit Palmen.

Ich hatte Glück, die Navaal Beach Villa ist perfekt. Ein kleines Zimmerchen in einem Dreizimmer-Bungalow, vor mir der Garten, keine 100m entfernt das Meer, man hört die Wellen. Und wieder zahle ich nur 5€ mit Doppelbett und eigenem Bad.

Ich brachte meine Sachen ins Zimmer und sprang in den Bikini, inzwischen war es halb 2. Dann lief ich die dreieinhalb Meter bis zum Strand. Und das ist das, was ich unter Strand verstehe: Sand in beide Richtungen soweit das Auge reicht. Nicht ein Hotel oder höheres Gebäude, das einem in irgendeine Richtung die Sicht versperrt. Keine Sonnenliegen, Schirmverkäufer, nur ein paar uralte Fischerboote. Und leider eine Menge angeschwemmter Müll. Ist halt dafür auch niemand zum Aufräumen da..



Die nächsten drei Stunden machte ich dann das, was andere Urlaub nennen. Ich lag am Strand unter einem kleinen Palmwedeldach, war in der Brandung, las und döste. Und wurde von allen Personengruppen angesprochen, die vorbeikamen (drei insgesamt). Das ist einerseits ja ganz nett, aber auch nervig. Eine echte Unterhaltung wird da nie draus.



Die ersten konnten kein Wort Englisch. Schwierig. Die zweiten wollten wissen, was die ersten gefragt hatten und meinten, ich solle aufpassen, es gäbe hier komische Gestalten. Und ich musste mit einem Freund aus Deutschland telefonieren, der nur angerufen wurde, damit ich mal deutsch sprechen kann! Äh ja. Die dritten waren dann die komischen Gestalten. Zwei Jungs um die 17. Erst ging es normal los, wobei nur einer sprach, der andere konnte wohl auch kein Englisch. Dann wurde es konkreter, ob ich Zigaretten hätte, ein Hotel hätte, in dem man eine Party feiern könnte, … Hab ihnen dann versucht zu erklären, dass ich durchaus alt genug bin um ihre Mutter zu sein und garantiert nicht mit ihnen feiern würde (und auch keine Heiratskontakte nach Deutschland organisieren würde). Beim letzten Angebot „Fucking 1500 Rupies“ hatte ich dann definitiv genug und begab mich auf den Rückweg 🤣

Ich duschte und machte mich bereit für ein frühes Abendessen. Somit bestand die Chance, vor Einbruch der Dunkelheit zurückzukommen, bevor die Hunde aggro werden. Es gibt hier leider so gut wie nichts, anscheinend ist diese Landzunge dem Tsunami vor fast 20 Jahren zum Opfer gefallen und hat sich bis heute nicht erholt. Sieht auch ganz so aus, wenn man es weiß. Also ging eine Viertelstunde ich in das einzige Hotel, mein Gastgeber hatte extra angerufen, ob geöffnet ist.

Dort angekommen bekam ich einen Platz direkt am Pool, natürlich wieder nichts los, nur ein paar Locals plantschten. Ich bestellte Saft und Reis mit Gemüse und dann wartete ich. Und wartete. Und wartete. Inzwischen ging die Sonne über der Lagune unter, soviel dazu, ich laufe zurück bevor es finster ist.


Nach über einer Stunde kam dann tatsächlich das Essen, extrem viel, geschmacklich ok, aber nichts Besonderes. Und der Koch höchstpersönlich bot mir an, mich dann schnell auf dem Motorrad heimzufahren. Sehr schön, damit war die Sorge um den Heimweg genommen. Als ich selbst satt war, miaute es neben meinem Tisch. Perfektes Timing, so wurde ich doch noch eine Ladung Reis los. Die Miezis hier sind ja nicht wählerisch.

Danach zahlte ich und wurde nach Hause gefahren. Nicht einmal ein kleines Trinkgeld durfte ich dafür zahlen! Jetzt sitze ich mit Moskitomittel getränkt auf meiner kleinen Terrasse. Es miaut schon wieder, aber das sind die beiden Katzen des Hauses. Und übrigens, ich habe Nachbarn! Und sogar auf beiden Seiten! Ein Iraker mit Motorrad auf der einen und zwei Deutsche auf der anderen, hab sie aber noch nicht gesehen, die sind jetzt essen…

Inzwischen ist es acht, so früh war mein Abendessen ja dann doch nicht. Ich werde dann noch etwas lesen oder so, Internet gibt’s hier nicht, genauso wie Klopapier. Morgen mache ich mich dann auf den Weg nach Arugam Bay. Und wenigstens dort sollte es ein bisschen von Touristen wimmeln, sonst weiß ich auch nicht mehr…

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