13.08.22 - Jetzt reicht's mit alten Steinen!

Gestern Abend hab ich noch ordentlich Geld ausgegeben. Da das Internet wirklich mal gut war und ich so viel Zeit hatte, wurde alles für die Malediven gebucht. Herausgekommen sind zwei "normale" Inseln, also keine Resorts. Somit liegen auch alle Unterkünfte immerhin unter 50€ die Nacht. Allerdings liegt eine meiner Inseln auf der Südhalbkugel, heißt Inlandsflug. Und für den Preis kommt man auch schon mal fast bis Südamerika... Das Tauchen kommt dann noch obendrauf, aber genau dafür habe ich diese beiden Inseln ausgewählt, sie bieten zwei Highlights der Extraklasse, mehr wird noch nicht verraten...

Nachts war's  richtig heiß in meinem Zimmer. Irgendwie lag ich ziemlich viel wach und kämpfte mit den Moskitos, die sich unters Netz geschlichen hatten bzw. es beim schmalen (und kurzen) Bett auch schafften, mich in zu weit ausgestreckte Körperteile zu stechen. Mistviecher! Die hätte die Natur ruhig mal so erfinden können, dass das Stechen nicht juckt, mein Blut könnten sie dann gerne haben... Aber so sind zumindest die drei unter dem Netz jetzt tot!

Heute früh bekam ich um halb acht Frühstück direkt vors Zimmer. Ähnlich wie bei Lal, gefüllte Pfannkuchen, Kokos-Roti und Obst. Nachdem ich diesen Berg verdrückt (und verpackt) hatte, bekam ich ein Fahrrad und konnte zu den Ruinen starten. Den Eingang fand ich sofort, die Tickets gabs (natürlich) wo anders. Am Museum und das war selbstverständlich nicht ausgeschildert... Wäre auch zu einfach. So löhnte ich schon wieder 25€ (das wars jetzt dann aber) und drehte zunächst eine Runde durchs besagte Museum. Dann radelte ich wieder zum Eingang zu den Ruinen zurück, wimmelte die ganzen Möchtegern-Guides ab und radelte zur ersten Sehenswürdigkeit, einem ehemaligen königlichen Gebäude mit angeblich einmal 7 Stockwerken. 



Gleich nebenan gab es wieder einen dieser "Ponds", wobei Teich eigentlich nicht die richtige Übersetzung sein kann. Keine Ahnung, wofür die genutzt wurden (hätte ich mir mal einen Guide gegönnt), vermutlich irgendetwas rituelles. Apropos Guides, ich hab immer mal wieder etwas gelauscht, naja, so viel spannendes hatten die alle nicht zu erzählen. Das meiste fand sich auch auf den Schildern wieder, die überall standen.

Ich radelte weiter zur nächsten Gruppe, dieses Mal in quadratischer Form, hier standen verschiedene Tempel, die nacheinander über die Jahrhunderte als Zahntempel herhalten mussten (dieser ominöse Backenzahn Buddhas, der jetzt in Kandy liegt). Da hier irgendwie immer noch alles verehrt wird und heilig ist, auch wenn es nur noch Ruinen sind, muss man immer die Schuhe ausziehen. Die Socken behielt ich heute an, nicht dass wieder eine verschwindet.

Außer mir, ein paar Verkäufern und ganz wenig anderen Touristen war nicht viel los. Wenn man sich etwas Mühe gab, konnte man problemlos menschenleere Bilder machen. Die Verkäufer wirkten auch dementsprechend teils verzweifelt. Für 30ct wollten sie ihre Kunstwerke verkaufen, die taten mir schon richtig leid. Aber was will ich denn mit sowas. Immerhin, einen Kokosnussverkäufer konnte ich etwas unterstützen, aber 60ct (inkl. 15 Trinkgeld) ist halt auch nicht so die Welt...

Von dort aus radelte ich ein etwas längeres Stück (vielleicht 1,5km) bis ich mein Fahrrad zum letzten Mal abstellte. Dort lag einiges nebeneinander und dazwischen überall Mauerreste, ich lief einfach ein bisschen zu Fuß durch die Gegend. Eine große Dagoba war zu sehen, noch recht gut in Schuss. 

Dann fand ich dank eines Caches ein schönes natürliches Steintor. Dort machte ich eine kleine Siesta, es war schattig und der Wind wehte genau durch das Tor, bei 36° durchaus angenehm. 

Danach ging es noch ein wenig durch die Ruinen und zu einem tempelähnlichen Gebäude. 

Ganz in der Nähe bekam ich dann auch die Bestätigung, dass mich das hier alles an eine Kombination aus Angkor Wat und Chichen Itza erinnert. Zum einen die Bäume, die alles überwuchern, genau wie in Kambodscha. Und dann dieser Kopf direkt daneben (etwas schlecht zu erkennen), genau solche waren auch immer an den mexikanischen Ruinen zu sehen. Schon spannend, da liegen wahrscheinlich 20000km dazwischen und das alles ist 2000 Jahre alt oder noch mehr. Und doch findet man hier und dort Gemeinsamkeiten. 

Zuletzt kam ich noch zum Gal Viharaya, dort sind vier Buddhafiguren in den Fels gehauen. Zum Abschluss also noch ein bisschen Erinnerung an Abu Simbel in Ägypten.


Danach radelte ich ganz gemütlich wieder Richtung Stadt zurück, inzwischen war es etwa 2. Wobei die Ruinen irgendwie mittendrin sind. Ich machte mich auf die Suche nach irgendetwas schön aussehendem mit Essen oder Getränken. Das war noch nie irgendwo so schwer wie hier, diese Stadt ist seltsam! Ich fand nichts! Ganz viel ist geschlossen oder leer, alles, was ich entdeckte, hatte entweder gar keine Sitzmöglichkeiten oder war völlig ungemütlich und wenig einladend. 

Das einzige, was ich überhaupt fand, war ein klitzekleiner Laden mit vier Stühlen davor, wo es Milchshake gab, na immerhin. Gut, war eher eine Vanillemilch, aber die Besitzerin war ganz putzig.

Danach radelte ich in Richtung Guesthouse, immer mit offenen Augen. Ich stoppte nochmal an der Mauer am See, auf der viele Locals saßen, aber ich hatte keine Lust mehr, die ganze Zeit angestarrt zu werden. Kurz vorm Ziel fand ich dann noch ein touristisch aussehendes Hotel, es war wirklich das einzige ansprechende Restaurant. Wenn auch wieder komplett ausgestorben, es scheint nicht ein Gast hier zu sein. Aber ich bekam ein ausgewachsenes Tuna-Sandwich mit Pommes und Salat, dazu einen frischen Ananassaft. Und es rettete mich vor der abendlichen Fahrt zum Pizza-Hut, den es zumindest auf Google gibt. 

Um vier ging es satt und zufrieden in mein Guesthouse, wo ich wieder super freundlich begrüßt wurde. Ich duschte, döste eine Runde unter dem Ventilator, dann setzte ich mich mit Sudoku und Kindle nach draußen. Und es kam die nächste Überraschung, die Hausherrin kam mit einem Teller Keksen und fragte, ob ich Tee oder Kaffee möchte. Nochmal, ich zahle hier mit Frühstück keine 7€! Dann fragten sie auch noch, ob ich Dinner haben möchte. Mist, wenn ich das gewusst hätte, davon war gestern keine Rede. Jetzt hatte ich doch gerade gegessen und die Reste vom Frühstück müssen auch noch weg... Schade. 

Seit um sechs die Sonne verschwunden ist, kamen auch die Moskitos wieder raus. Jetzt ist es halb 8, mal sehen, was ich noch machen werde, vielleicht (günstiger) das Internet nutzen. Ein bisschen nervt es doch langsam, ich brauch zwar nicht ständig Trubel, aber einmal ein paar andere Reisende irgendwo zu treffen, wäre dann doch ganz nett. Aber es gibt einfach zu viele Guesthouses. Vielleicht wird das besser, wenn ich Richtung Westküste und dann ins Bergland aufbreche, das steht wohl bei den meisten Backpackern auf der Liste...



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