12.08.22 - Tempel von Mihintale und Weiterfahrt nach Polunnaruwa
Heute schlief ich etwas besser, auch wenn die Matratze wieder von unten heizte. Um halb 7 weckten mich laute Stimmen aus dem Nebenzimmer und ich konnte auch nicht mehr einschlafen. Ich döste noch etwas, dann las ich ein bisschen und gegen halb 9 stand ich dann auf. Nachdem ich alles gepackt hatte und ein paar Minibananen gefrühstückt hatte, wollte ich noch einen guten Kaffee, bevor ich mich auf den heutigen Weg machte. Im Café meines Vertrauens gab es wieder einen großen Cappuccino.
Dann startete ich auf die ersten 20km bis nach Mihintale, wo es wieder einmal Tempel auf einem Berg gibt. Das lag quasi auf dem Weg und war auch deutlich günstiger, deshalb wollte ich dort noch einen Stopp einlegen. Am Parkplatz wurde ich wie immer sehr freundlich empfangen, meinen großen Rucksack durfte ich affensicher im Häuschen des dortigen Polizisten abstellen.
Dann kaufte ich mein Ticket, was mit knapp 3€ schon wieder doppelt so teuer war wie im Internet angegeben. Kann man sich gerade noch so leisten. Und wieder einmal ging es steil Stufen und Wege hinauf.
Außer mir weit und breit kaum ein Touri (drei habe ich insgesamt gesehen). Dafür schleppten die meisten der Einheimischen Ziegelsteine den Berg hinauf. Wozu konnte man oben sehen, neben der riesigen weißen Stupa wird eine weitere rekonstruiert und da hilft anscheinend jeder mit. Ich wurde sogar auch eingeladen, mich einzureihen.
Die weiße Stupa sah aus wie alle anderen. Dahinter ging es dann wieder einige Stufen runter und dann steil hinauf auf einen Felsen. Das war auch das, was ich im Voraus auf vielen Bildern gesehen hatte. Der Ausblick war grandios, man konnte sogar die verschiedenen Stupas aus Anuradhapura sehen (die weißen Dinger am Horizont).
Wieder zurück am Parkplatz entlohnte ich meinen Rucksackwächter und Stukkiyi und ich machten uns auf die etwa 100km lange Strecke nach Polonnaruwa. Das heißt hier halt mal so um die drei Stunden Fahrzeit. Zunächst ging es 60km zurück nach Habanara, wo ich zunächst wieder tankte. Letztes Mal gab es ohne QR ja nur 2 (bzw. 3) Liter, heute war das System ein neues, aber dank der Whatsapp-Gruppe war ich schon vorgewarnt. Ich musste gegenüber meinen Pass und den Fuel-Pass kopieren lassen, danach durfte ich tanken. Wieviel weiß ich nicht, bei 3,3 Litern war Stukkiyi schon satt.
Danach war ich an der Reihe, ich wollte dorthin, wo es vorgestern keinen Cappuccino gab. Heute versuchte ich mein Glück mit Saft und Sandwich. Es hieß, es dauere etwas, ca. 20 Minuten. Deshalb nun mein ein kleiner Exkurs zu sri-lankischer Zeitrechnung: Das Lokal war nicht voll. Unten saß eine Gruppe mit 1-2 französischen Familien, ca. 6 Personen. Und ich oben. Nach besagten 20 Minuten fuhren die Franzosen ab. Weiter fünf Minuten später kam einer und meinte, No Mango. Ok, dann Wassermelone. Nach weiteren 10 Minuten kam dann tatsächlich mein Saft und nach insgesamt 50 Minuten Wartezeit mein Sandwich mit Pommes. Ich hatte ja Zeit, mein Magen nicht! Aber was machen die bitte, wenn hier mehr als drei Leute gleichzeitig bestellen? Die Franzosen hatten ja ihr Essen vermutlich schon, nachdem sie schnell wieder weg waren... Schon lustig.
So war es schon halb 3, als ich weiterfuhr. Aber ich hatte ja Zeit. Die Straße nach Polunnaruwa war wieder gut ausgebaut und es war nicht viel los, somit hörte ich etwas Podcast, ohne Unterhaltungsprogramm zieht sich das hier schon etwas. Auf der Straße standen immer wieder Schilder, die vor Elefanten warnen. Hm, ich entdeckte keinen.
Nach gut einer Stunde kam ich in Polonnaruwa an. Meine Wahl fiel heute auf das Kumari Guesthouse. Das liegt ein wenig außerhalb (wobei die Stadt eher klein ist), ziemlich ruhig, und kostet mich mit Frühstück keine 7€. Ich habe ein kleines Zimmer mit Ventilator und Terrasse davor. Zur Begrüßung gab es gleich noch eine selbstgemachte Limonade und ein paar Cracker, hatte ich bisher auch noch nirgends. Ich machte es mir also erstmal gemütlich, las ein bisschen im Lonely Planet und chillte, bevor ich mich nochmal ins Tuktuk schwang.
Ich fuhr einmal in Richtung Zentrum, nicht so der Burner. Nix, was mich anlachte, also drehte ich wieder um und kaufte mir eine Kokosnuss am Straßenrand. Die und ein paar Kekse müssen heute als Abendessen herhalten, das Sandwich und die Pommes heute Mittag waren echt reichlich. Hier bei über 30° und hoher Luftfeuchtigkeit hab ich auch einfach kaum Hunger.
Zurück im Guesthouse war es nach sechs, ich machte noch ein paar Sudokus und las etwas, doch als es finster wurde, griffen die Moskitos an. Die Mistviecher hier stecken sogar durch die Hose! Also hab ich mich mal komplett mit Deet eingeschmiert, wenns hilft... Angeblich funktioniert Tigerbalm auch perfekt, muss ich mir mal zulegen, vielleicht riecht das besser.
Jetzt ist es acht Uhr, ich schreibe gerade Blog und genieße das beste Internet seit Tagen. Mal sehen, wofür ich das heute noch nutzen kann, bevor ich dusche und mich dann unter mein Moskitonetz verkrümle. Morgen stehen dann nochmal teure alte Steine an, aber dann ist der kulturelle Teil erstmal vorbei. Nicht umsonst nennt man die Ecke hier oben irgendwas wie kulturelles Dreieck oder so, habs vergessen...
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