11.08.22 - Dagobas, Stupas und Tempel
Heute Nacht hab ich nicht so wirklich gut geschlafen. In mein Kabuff kommt durch das kleine Fenster kaum ein Lüftchen und die Schaumstoffmatratze ist wie eine Heizdecke. Der Ventilator hätte dann noch Stufe 1,5 gebraucht, 1 war zu wenig, 2 zuviel 🙈
Da ich heute ja keinen Stress hatte, blieb ich bis um 9
liegen und las noch etwas, bevor ich mich so langsam startklar für meine
Stupa-Tour machte. Als erstes steuerte ich aber ein Café an, das ich ergoogelt
hatte. Es hatte wirklich geöffnet und außerdem einen überragenden, günstigen
und riesigen Cappuccino für mich. Dazu noch zwei Teigtaschen, so konnte der Tag
beginnen. Es verging einige Zeit mit Sudoku bis der Kaffee leer war, so war es
schon fast halb 11 bis ich dann losfuhr.
Der erste Stopp war das Ticketoffice, wo ich mir heute
dieses 25$-Ticket kaufte. Warum genau weiß ich bis jetzt nicht, nicht ein
einziges Mal musste ich es vorzeigen 🤔 Aber gut, angeblich
wird das Geld für die Instanthaltung genutzt, somit ist es ja nicht verkehrt. Vielleicht
war heute aber auch einfach alles anders als sonst, denn da Vollmond ist, ist
das ein Feiertag oder so ähnlich, an dem unglaublich viele Menschen zu den
Stupas und Pagoden pilgern. Mich hat auch nicht ein einziger Guide
angesprochen, die angeblich überall auf einen lauern. Aber das konnte mir nur
recht sein.
Fünf größere Stopps hatte ich mir ausgesucht und schon mal eine Route zusammengestellt. Los ging es bei Ruwanweli Maha Seya Dagoba, einer riesigen (über 100m hohen) weißen Stupa, in ihrem Kern über 2000 Jahre alt. Und hier steppte echt der Bär, tausende, meist völlig weiß gekleidete Menschen umkreisten die Stupa, saßen quasi überall, beteten, sangen, opferten Blumen und Reis.
Das war schon ziemlich beeindruckend anzusehen. Die Menschen wurden auch
busweise angekarrt, LKWs und sogar Traktoren voll mit Pilgern kamen hierher.
Ich weiß gar nicht, ob das immer zu Vollmond ist oder ob heute ein ganz
besonderer Vollmond war.
Wo die ganzen Blumen herkamen, war auch schnell klar, denn unweit von der Dagoba standen einige Männer in einem nicht mehr als solchen zu erkennenden Teich und pflückten Blüten von Seerosen oder was auch immer.
Der nächste Stopp war nicht weit davon entfernt bei der
etwas kleineren Thuparama Dagoba. Das ist wohl die älteste Dagoba der Welt,
wobei ich jetzt nicht genau weiß, was der Unterschied zwischen Dagoba, Pagode
und Stupa ist. Ich glaube, es ist eine Stupa. Jedenfalls kann man nur außenrum
laufen und nicht innen rein. Die hier stammt jedenfalls aus dem 3. Jahrhundert
v. Chr. und war deutlich weniger besucht als die erste. Der beste Tipp hierfür
waren übrigens die Socken! Man muss hier ja überall die Schuhe ausziehen und
läuft über gefühlt glühende Steine. Die Menschen hier müssen echt abgehärtete
Fußsohlen haben!
Dagoba Nummer 3 war die Abhayagiri, die aus Backsteinen
besteht und nicht weiß verkleidet ist. Sie und meine letzte Dagoba, die
Jetavanarama (ebenfalls unverkleidet) waren zu ihrer Entstehungszeit vor über
2000 Jahren mit die höchsten Gebäude der Welt, höher waren damals nur die
Pyramiden von Gizeh! Und keiner kennt sie. Nachdem ich bei der letzten Dagoba
nur noch eine Socke finden konnte, deutete ich das als klares Zeichen für den
Rückzug.
Vorher gab es nur noch ein doppeltes Schwimmbecken, das wohl
auch irgendwie zeremoniell genutzt wurde. Dann reichte es aber. Der Lonely
Planet meint ja mal wieder, man bräuchte hier mehrere Tage, aber man muss auch
wirklich nicht jeden einzelnen Stein und jede Stupa gesehen haben. Irgendwann
ist es gut!
Inzwischen war es auch halb 3 und mein Magen wollte ganz
klar was zu essen. Heute war ich schlauer als gestern und erfolgreich, das
indische Restaurant meiner Wahl war geöffnet und gut besucht. Es gab Paneer mit
Soße und Knoblauchnaan, dazu frischen Mangosaft. Satt und zufrieden fuhr ich
erstmal zu meiner Unterkunft, wo ich etwas auf dem Balkon las und dann einen
kleinen Powernap versuchte. Und ich recherchierte etwas für die kommenden Tage,
denn plötzlich war das Internet ein klein wenig schneller als gestern.
Gegen halb 6 startete ich dann nochmal zum Café meines
Vertrauens. Inzwischen hatte mich aber ein Typ mit dickem Auto zugeparkt, der
gerade Koffer entlud. Als ich meinte, ich wolle raus, fragte er doch, wo mein
Fahrer sei! Auf meine Antwort kuckte er schon etwas blöd. Ob ich denn einen
Führerschein hätte! Idiot!
Jetzt sitze ich also im Café, schreibe Blog und trinke
leckeren Mangolassi. Inzwischen ist es Viertel 7, ich werde dann demnächst
zurück tukkern, viel wird dann nicht mehr passieren. Morgen fahre ich dann
weiter bzw. wieder ein Stück zurück und nach Polunnaruwa.
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