Auch die dritte Nacht in Lals Unterkunft habe ich super
geschlafen. Um 7 war ich wach, döste und las dann noch ein bisschen, bevor ich
um halb 9 zum Frühstücken ging. Danach zahlte ich meine Schulden – für das
Komplettpaket mit Frühstück, Abendessen und Bier zahlte ich gerade mal 14€ pro
Tag. Danach packte ich meine Sachen, chillte noch etwas und verabschiedete mich
um 10 von zwei wirklich lieben Menschen.
Zunächst sammelte ich Anna ein, die nach Habarana zum Bahnhof
musste, wo ich eh fast dran vorbei fuhr.
Ich setzte sie dort ab und fuhr eine
große Tankstelle an. Irgendwie wird es schwerer für Touristen an Benzin zu
kommen, jetzt wollen die immer den QR-Code sehen, aber mit dem ist der Sprit
rationiert, zum Rumreisen funktioniert das nicht! Hoffe, da findet sich
demnächst eine Lösung. Hier konnte ich zumindest drei Liter abbekommen (nachdem
es hieß, nur 2 ohne QR), damit war der Tank fast wieder voll.
Ich fuhr noch zu einem kleinen Café, das ich gestern im Vorbeifahren
gesehen hatte. Leider war die Kaffeemaschine kaputt und es gab somit keinen
Cappuccino, aber einen normalen Kaffee. Dann fuhr ich weitere 60km bis
Anuradhapura (langsam kann ich es aussprechen und schreiben, ohne nachkucken zu
müssen…).
Die Stadt ist uralt, wurde etwa 400 v. Chr. gegründet und
war über 1000 Jahre die Hauptstadt von Sri Lanka. Und außerdem zu ihrer Zeit
eine der größten Städte der Welt. Und kein Mensch kennt sie! Jetzt gibt es hier
noch unzählige Tempel, Pagoden, Stupas und was weiß ich nicht alles zu sehen,
weit verstreut, somit hat das ganze etwas von Angkor Wat in Kambodscha (auch
hier war alles über 1000 Jahre vom Dschungel überwuchert) oder von den Tempeln
von Bagan in Myanmar. Allerdings zum Großteil gut restauriert und wieder in Verwendung.
Ich hatte mir eines der unzähligen Guesthouses auf Booking
ausgesucht, aber wieder nicht gebucht. Von außen sieht es ganz hübsch aus, mein
Zimmer ist eher so naja. Klein und ziemlich dunkel, aber was solls. Auch die
schöne Terrasse davor fehlt. Und ein Lal, der einen so toll umsorgt.
Ich bezog mein Zimmer und suchte mir einen Weg zum kleinen
Balkon oben, dort stehen immerhin ein paar Stühle. Inzwischen war es schon zwei
und Zeit für ein 2. Frühstück, was mir heute Morgen wieder fast aufgedrängt worden
war 😉
Danach zog ich mir eine über knielange Hose an und machte
mich auf den Weg zu den ersten Besichtigungen. Die meisten Tempel hier sind in
einen 25$-Tagesticket enthalten, das ich mir wohl für morgen kaufen muss. Heute
suchte ich ein paar der Dinge, die frei sind oder separat Tickets verkaufen.
Ich begann beim Sri Maha Bodhi, dem heiligen Bodhibaum, der über 2000 Jahre alt
ist und seitdem verehrt wird.
Da morgen Vollmond ist und dann immer besonders viele Gläubige hierher kommen, war auch heute schon ordentlich was los. Die meisten kommen hier weiß gekleidet. Ich konnte immerhin mit meinem dreckigen fast weißen Hemd punkten... Hier wurde echt unglaublich viel gebetet und gesungen, da fühlt man sich schon fast etwas störend mittendrin. Aber wieder waren alle super freundlich.
Danach lief ich zu Stukkiyi zurück und wollte mein Parkticket bezahlen. Der Parkplatzwächter winkte ab, aber ich wollte ihm trotzdem eine Kleinigkeit geben. Mit meine umgerechnet 30ct lag ich dann beim Fünffachen des Parktickets 🤣
Nur wenige hundert Meter weiter war mein zweiter Stopp, beim Isurumuniya Vilhara. Der Tempel ist irgendwie wieder in einen Felsen hineingehauen.
Und man kann auch oben drauf steigen und hat von dort einen tollen Rundumblick auf die weiteren Tempel und künstliche Seen.
Irgendwie hab ich auf dem Parkplatz mal wieder Talent bewiesen und einen völlig schrägen Vogel aufgesammelt. Der kam mit seinem Fahrrad daher, ich dachte, es wäre der Parkplatzwächter. Weit gefehlt, der Typ wollte quatschen, und wie! Sogar auf deutsch, dabei klang er aber, als würde er ein Wörterbuch aufsagen. Er meinte, er hat das alles aus Büchern gelernt. Da muss auch ein Sprichwörterbuch dabei gewesen sein, ständig meinte er, "Nicht alles was glänzt ist Gold" sei sein Motto. Und dann brabbelte er weiter, bei "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold", musste ich mir einen passenden Kommentar echt verkneifen. Dummerweise wurde ich ihn nicht mehr los und das machte meinen Besuch zu einer eher anstrengenden Angelegenheit.Auch in die benachbarten Royal Gardens folgte er mir. Sprachlos war er nur kurz, als ich ihm erklären konnte, was es hiermit auf sich hat:
Damit hatte er nicht gerechnet, aber diesen Stein hatte ich gestern in einem Youtube-Video gesehen. Es handelt sich um eines von drei Stargates weltweit und um die älteste (7000 Jahre alte) Karte der Welt. Sie enthält den verschlüsselten Zugang zum Universum. Dumm nur, dass sie bis heute niemand entschlüsseln konnte... Hier soll ganz besondere Energie fließen, hm, leider kam bei mir nix an. Immerhin konnte ich den Typen eine Zeit lang ruhig stellen. Er meinte "quiet place", worauf ich dann doch fragte, warum er dann ständig brabbelt.
Nach diesen ersten Eindrücken machte ich mich wieder auf den Rückweg, nicht ohne dass der Typ mir seine Nummer eingespeichert hat. Falls ich morgen Lust hätte, er würde mich gerne begleiten. Puh, sorry, das machen meine Ohren nicht mit!
Ich fuhr also wieder zurück in die "echte" Stadt und zu meiner Unterkunft. Inzwischen war es auch schon nach 5. Ich chillte eine Stunde auf dem Balkon oben, dann war ich bereit zur Futteraufnahme, was sich leider als ziemlich schwer herausstellen sollte. Ich hatte meine Unterkunft eigentlich so gewählt, weil sie nahe an einem kleine See war mit vielen anderen und ich da auch auf einige Restaurants gesetzt hatte. Weit gefehlt. Ein schön aussehendes war leider geschlossen, ich lief weiter, kam in ein etwas seltsames Viertel, durch das ich nicht nachts zurücklaufen wollte und kam zum Banana Coffee. Leider hatte das nur süß auf der Karte.
Auf meinen weiteren Irrwegen landete ich beim einzigen "Restaurant", das ich überhaupt finden konnte: Pizza Hut... Immerhin, die Maccheroni & Cheese waren eigentlich ganz gut. Mein Plan, irgendwo noch sitzen zu bleiben und Blog zu schreiben, ging aber nicht auf. Nach dem Essen, als es schon finster war, lief ich einen anderen, belebteren Weg zurück. Das wäre auch kein Problem gewesen, wenn die Straßenhunde nicht wären. Drei waren leider etwas aggressiv und verfolgten mich jeweils ein Stück. An meiner Verschreckungstaktik muss ich echt arbeiten. Ich lief jedenfalls immer schneller. Und dann lagen noch drei auf den letzten 100m vorm Hotel. Zumindest die waren friedlich. Ich war aber echt froh, dass ich wieder zurück war. Im Dunkeln laufe ich hier keinen Meter mehr!
So, nun bin ich also zurück in meinem Kabuff. Bzw. ich sitze auf der Eingangsstufe davor, Stühle gibt es hier keine... Das Wifi kann man auch komplett in die Tonne kloppen, da geht mit Glück eine Whatsapp raus... Also muss das Handy als Hotspot herhalten...
Jetzt ist es halb 9, ich werde mal duschen und dann mit dem Kindle unters Moskitonetz krabbeln. Morgen geht es dann auf große Tempeltour (mit Essen unterwegs).
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