08.08.22 - Treppensteigen in Sigiriya
Gestern Abend schlief ich schnell ein und richtig gut. Ohne Ventilator und mit Betttuch und Moskitonetz. Heute früh war ich gegen 8 wach und las noch etwas, bevor ich auf 9 zum Frühstück ging. Und was das für ein Frühstück war, überragend! Coconut-Rotti, gefüllte süße Pfannkuchen, zweierlei verschiedene frittierte scharfe Sachen, Bananen, Tee. Wow! Nalani hat sich voll für mich ins Zeug gelegt. Und das kostet mich keine 2€.
Nachdem ich also so gut gestärkt war, startete ich in den
Tag, heute zu Fuß. Mein Ziel war wohl die Hauptattraktion Sri Lankas und mit
30$ auch das mit Abstand teuerste, was ich bisher besichtigt habe: der berühmte
Lion Rock, der einfach mal so mitten aus dem Nichts aufragt. Nachdem ich mein
Ticket gekauft hatte und mich auf den Weg aufs Gelände machte, wurde ich doch
glatt überfallen und ausgeraubt! Ich Trottel hatte die Bananen im Netzfach
meines Rucksacks, weil ich sie innen ja immer zermatsche. Naja, somit hatte ich
gleich nur noch eine… 🤣🐵 Die
verstaute ich sicher innen…
Dann ging es weiter, zunächst flach, bevor es gut 700 Stufen
und 200hm nach oben ging. Zunächst über Steintreppen, später über interessant
wirkende Metallstufen, die irgendwie in den Fels montiert sind. Es gibt klare Hin-
und Rückwege, normalerweise ist es hier wohl so voll wie am Taj Mahal oder in
Machu Picchu… Dabei ist Hochsaison 😢 Der Weg war
anstrengend und immer wieder waren die Notausgänge beschildert, aber die
brauchte ich nicht 😉
Übrigens der gleiche Fotograf wie gestern in Dambulla 🤣
Oben war es schon wieder mega stürmisch, man musste echt
aufpassen, dass einem nix davonfliegt. Man ist sich nicht ganz sicher, was es
eigentlich ist, aber vermutlich hat sich vor Jahrhunderten ein König überlegt,
hier seine Zelte aufschlagen zu wollen. Schon krass, da mussten seine Lakaien
dann halt alles hochschleppen, jeden Tag.
Jetzt sieht man nur noch die Überreste, aber die sind echt
beeindruckend. Ich weiß immer noch nicht, woran mich das Ganze erinnert. Ein
bisschen Machu Picchu, ganz klar, allein schon durch die Felsen, aber auch
etwas Angkor Wat mit dem Dschungel und Mayastätten in Mexiko. Und so ruhig, mit
mir waren gleichzeitig vielleicht 30 Leute hier oben.
Und dann traute ich meinen Augen kaum, da machte doch eine ein Rad und Spagat! Meine Bilder! Und damit hatte ich meine Fotografin für diese Aktionen, denn auch sie benutzte eine echte Kamera und gleich die ersten Versuche lieferten perfekte Bilder! Sie war übrigens Französin und tanzt Modern und Jazz 😉
Ich lief noch etwas hier oben rum und genoss die
fantastische Aussicht, auch zum Pidurangala, das ist der andere große Felsen
hier, der einfach so aus dem Boden ragt.
Auf dem Rückweg entdeckte ich dann auch noch die –
eigentlich unübersehbaren – Löwentatzen, deswegen auch Lion Rock. Keiner weiß
wirklich, ob der Löwe mal vollständig war, aber wenn, dann war er riesig.
An einer Seitenwand des Felsens führte dann noch mal eine
Wendeltreppe hoch zu den sehr berühmte Sigiriya-Mädchen. Das sind uralte
Felsmalereien in einer Höhle. Krass, wie die hier damals überhaupt hochgekommen
sind!
Wieder unten war es schon halb 1, ich nahm einen anderen
Ausgang und landete im „Stadtzentrum“. Dort entdeckte ich das Rastarant, wo ich
einen leckeren Ananas-Smoothie trank. Zum ersten Mal gab es etwas nicht, was
ich wollte, Mangos waren aus. Soviel zur Lebensmittelknappheit hier… Das Rastarant
ist echt ein total gechillter Platz, in dem – man glaubt es kaum – Reggae
läuft. Dass noch niemand auf diesen Namen gekommen ist… Ich hab ihn zumindest
noch nie gelesen.
Danach lief ich zurück zu meinem Guesthouse, wo ich ein paar
Reste meines Frühstücks verputzte. Dann fuhr ich mit Lal und Stukkiyi nochmal
los, ich wollte Lal ein paar Liter Benzin organisieren. Das klappte auch gut,
ich setzte ihn kurz vor der Tankstelle ab, fuhr gar hin, wurde nach dem QR-Code
gefragt und antwortete mit Fuel Pass. Dann hieß es „5l only“, aber nachdem der
1. Kanister voll war, kam die Frage „Enough?“ Ich kuckte freundlich und schon
wurde der 2. auch noch gefüllt. 1,20€ zahlte ich für den Liter. Hier verdammt
teuer. Was wären wir glücklich über diesen Preis! Und was sind die hier
glücklich, wenn sie überhaupt was bekommen…
Zurück zu Hause begab ich mich für eine Runde Sudoku und Entspannen
auf meine Terrasse und verstaute meine frisch gewaschene Wäsche, bevor ich
gegen 4 nochmal aufbrach. Zunächst auf demselben Weg, dann aber weiter entlang
am Wassergraben um den Lion Rock lief ich zum Pidurangala-Felsen. Der kostet
nicht mal 3€, der Aufstieg ist spannender, da es mehr über Felstreppen geht,
und von oben hat man den perfekten Blick zum Lion rüber.
Die letzten Meter war sogar etwas Klettern gefragt. Oben erwartete mich der gleiche Orkan und ein toller Blick. Auch die Französin war wieder hier.
Der Plan hieß ja eigentlich Sonnenuntergang, aber danach sah
es nicht wirklich aus. Somit blieb ich zwar etwas, aber ging dann doch runter,
bevor es finster wurde.
Lal holte mich unten mit dem Motorrad ab und brachte mich
auf einem kleinen Umweg auch noch zu einem superschönen Punkt mitten im Nichts,
wo man einen traumhaften Blick auf beide Felsen hatte.
Zurück zu Hause begab ich mich erstmal in die Dusche, danach
gab es Abendessen. Sri Lankan Curry with Rice war die Ansage. Und schon wieder
wow und noch mehr wow! Mich erwarteten sechs verschiedene Schälchen mit
unterschiedlichsten Gerichten, Nalani muss den halben Tag am Herd verbracht
haben! Knusprig frittierte, marinierte Aubergine, Jackfruit-Curry, Green-Mango-Curry,
Fisch-Curry, Bohnen und Dhal. Eines besser als das andere. Wobei mein Favorit
die Auberginen war, ich hatte noch nie knusprige Auberginen!
Satt und zufrieden begann ich damit, die Fotos des Tages zu
sichten und den Blog zu schreiben. Punkt acht ging das Licht aus, mein erster
Powercut. Nun sitze ich hier und schreibe bei Kerzenschein, total romantisch 🤣😍 Und mein Bildschirm ist von zig
Käfern und anderen Krabbeltieren in Beschlag genommen, die das Licht toll
finden.
Jetzt ist es dreiviertel 9, um 9 sollte das Licht wieder
angehen, dann kann ich mich ans Hochladen machen. Die Bilder gibt’s heute in
geringerer Auflösung, das Internet ist hier generell eher gemütlich…
Morgen werde ich wahrscheinlich ein Stück weiter nach Norden
nach Anuradhapura fahren, sind ca. 75km bis dorthin.
Comments
Post a Comment