07.08.2022 - Geburtstagskuchen und Dambulla Rock Caves
Heute hab ich gut geschlafen, aber es war dann auch wieder ganz schön frisch mit dem Wind durch die Ritzen. Gegen acht war ich wach, packte all meine Sachen und lief dann hinunter an den See. Unglaublich, aber schon jetzt waren die ersten Plätze für die Prozession heute Abend besetzt, die 1. Reihe war quasi schon komplett weg. Ich musste noch etwas warten, dann kam Paboda mit ihrer Mama. Sie strahlte richtig, als sie mich gesehen hat.
Ich gratulierte ihr und dann gingen wir zu einer nahegelegenen Bäckerei und Konditorei, wo es natürlich auch Schokokuchen gab. Und Schwarzwälder Kirsch. Sie meinte tatsächlich, ich solle einen Kuchen aussuchen, aber nein, schließlich ist es ihr Geburtstag und nach etwas gut zureden konnte ich sie davon überzeugen, dass sie den mal schön selbst aussuchen muss. Das tat sie dann auch und für vielleicht 9€ bekamen wir eine tolle Schokotorte. Und ein strahlendes Gesicht, das mit keinem Geld zu bezahlen ist.
Sie meinte immer wieder, "it's a dream". Schön und traurig zugleich. Sie erzählte mir, dass ihr Papa als Tuktuk-Fahrer arbeitet und das momentan unglaublich schwer sei. Er bekommt nur schwer Benzin und vermutlich ebenso schwer Fahrgäste. Und bei fast 2€ pro Liter Sprit ist schon in Deutschland das Geschrei groß. Das Durchschnittseinkommen hier liegt bei 200€ im Monat, aber ein Tuktuk-Fahrer liegt da sicher noch deutlich drunter. Schon krass. Früher konnte er seine Familie ernähren, dank Inflation und Wirtschaftskrise reicht es nicht einmal für ein kleines Geschenk 😢 Sowas macht mich schon immer sehr nachdenklich. Was denke ich zu Hause bitte nach, wenn ich für irgendetwas "sinnloses" 9€ ausgebe? Selbst ein Weizen auf der Transalp in der Schweiz hat unwesentlich weniger gekostet... Dann kaufte ich uns allen noch ein Schokoeis, bevor sich unsere Wege wieder trennten. Paboda und ihre Mama fuhren mit dem Bus nach Hause, ich schmiss 2 weitere Euro für einen großen Cappuccino aus dem Fenster.
Danach lief ich zurück zu meiner Unterkunft, holte meinen Reservetank und meinen Rucksack und startete auf meine Fahrt nach Dambulla. Bis dorthin waren es ca. 75km und gut 2h Fahrt. Teils durch dicht besiedeltes Gebiet und viele Städte, später auch durch mehr Natur. Heute sah ich recht viele Tankstellen, die alle irgendwie verlassen wirkten, obwohl sie offen hatten. Kaum Schlangen davor, aber doch Benzin!
Gegen dreiviertel zwei war ich dann in Dambulla, wo ich die berühmte Höhlentempel besichtigen wollte. Ich fuhr auf den Parkplatz und zum dortigen Saftladen. Dort empfing mich schon ein super Aufpasser, der einen guten Job machen wollte. Ich trank aber trotzdem einen Saft und aß zwei Teigtaschen, somit hatte ich noch einen 2. Aufpasser für Stukkiyi. Der hatte schließlich mein komplettes Hab und Gut an Bord.
Ich kaufte mir ein Ticket, zum 1. Mal überhaupt, glaube ich, was das günstiger als im Lonely Planet. Vermutlich nicht, weil es günstiger geworden ist. Im LP steht 10$, aber man zahlt in Rupien und beim momentanen Kurs waren es umgerechnet vielleicht 6-7$. Einfach nur krass. Dann ging es viele steile Stufen nach oben, bis ich zu den uralten Felstempeln kam.
Die wurden wohl schon vor über 2000 Jahren in den Fels geschlagen und über die Jahrhunderte mit immer mehr Buddhastatuen gefüllt. Schon wirklich beeindruckend.
Zurück bei Stukkiyi entlohnte ich seinen tollen Aufpasser
und wir fuhren die restlichen 20km bis nach Sigiriya. Mit Betonung auf dem 1. i,
wie ich gestern gelernt habe. Dort hat ich mir Lal’s Homestay ausgesucht, das
sowohl auf Booking.com als auch im Lonely Planet hochgelobt wurde. Es war
schnell gefunden, direkt an der „Hauptstraße“ und ich stellte meinen treuen
Fahrer direkt im Garten ab. Hund und Lal begrüßten mich persönlich und führten
mich herum. Ein wunderschöner Garten mit einem separaten Bungalow mit zwei
Zimmern. Leider bin ich auch hier der einzige Gast. Und so logiere ich hier
ganz nobel, mit Frühstück für nicht mal 9€.
Zunächst einmal servierte Lals Frau mir einen Kaffee auf
meiner Terrasse und er fragte mich so einiges und erzählte mir aber auch viel.
Da es momentan wohl eher schwierig sei mit einer Safari in einen Nationalpark
zum Elefanten-Watching, bot er mir an, für nicht allzu viel Geld mit ihm selbst
loszuziehen zu einer großen Straße, auf der in der Dämmerung oft Elefanten
angetroffen werden können. Das klang doch auch nicht schlecht!
Und so starteten wir gegen 5 dorthin. Naja, Tiere und ich, das
spricht ja nicht immer für beste Erfolge. So auch heute. An der Hauptstraße
angekommen sah ich tatsächlich nach Sekunden einen Elefanten rechts im Gebüsch.
Wir drehten um und fuhren zurück, doch da verschwand er schon ganz gemütlich im
Unterholz. Deshalb gibt es heute kein Foto für euch…
Leider blieb es dann auch bei diesem Exemplar. Vermutlich
sind alle anderen beim Perahera in Kandy und begaffen ihre angeketteten, geschmückten
Leidensgenossen… Aber egal, war trotzdem ne nette Tour. Auf dem Heimweg kauften
wir Coconut Arrack und dann brachte mich Lal noch zu einer traditionellen Ayurveda-Spa-Massage
(und nicht ganz billig, für hiesige Verhältnisse). Ich wählte eine einstündige
Aloe Vera Massage, wirklich toll, super entspannend, auch wenn mir der Unterschied
zur Masage an Thailands Stränden noch nicht ganz klar ist.
Dann holten wir noch Fried Rice zum Abendessen und fuhren
zurück. Der Reis wurde mir dann ganz toll serviert, dazu gab es ein lokales
Bier und danach den Rum. Schmeckt nicht ungewöhnlich. Lal, Hund Mac und Frau
(Name???) leisteten mir dabei Gesellschaft. Als mir für mein Zimmer eine
Flasche Wasser angeboten wurde, erzählte ich von meinem Wasserfilter, welcher
dann ausführlich bestaunt und getestet wurde. Sowas hätte hier durchaus
Potential, wenn das mal einer vernünftig vermarkten würde. Aber vermutlich haben
da die großen Wasserkonzerne wie N… was dagegen…
Gegen halb 10 verabschiedeten sich meine Gastgeber, nun
sitze ich hier noch alleine und schreibe Blog. Für Backpacker, die nicht gut
allein sein können, ist Sri Lanka zur Zeit wohl wirklich nicht das beste Reiseziel
🤣 Gleich geht’s dann noch unter die Dusche,
die Reste der Massage und das Moskitomittel (hier sind zum 1. Mal welche)
wollen abgewaschen werden, bevor ich unter mein Moskitonetz krabble.
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