05.08.22 - Sri Lanka, Land Nr. 78!

Meine erste Nacht auf dieser wunderschönen Insel war nicht gerade die beste. Black wollte immer spielen oder legte sich so, dass ich mich nicht mehr rühren konnte. So brauchten wir eine lange Zeit bis wir uns beide arrangiert hatten. Die Temperatur war sogar ohne Ventilator gut auszuhalten. Früh merkte ich dann sehr bald, dass da Schienen direkt vorm Haus vorbeiführen. Und die Züge nicht leise sind... Dann schlief ich aber doch nochmal fest ein, mein Handy weckte mich um halb 9 aus dem Tiefschlaf.

Ich stand auf, packte meine Sachen und bekam auf dem Balkon Frühstück. Angeblich soll das hier so überragend sein, naja, weiches Weißbrot mit Margarine, Spiegelei und was lokales, dazu Banane. War ok, aber den Beschreibungen online nach klang es anders 🤣

Während ich frühstückte, öffnete der Himmel seine Schleusen, willkommen in der Regenzeit! 


Doch es hörte auch schnell wieder auf, sodass ich etwa eine Stunde später zu Fuß zu Tuktukrental starten konnte.

Zwanzig Minuten später war ich dort und wurde mit einem perfekten Espresso empfangen. Zeitgleich mit mir kamen zwei Schweizer Backpacker an und wir bekamen alles gemeinsam erklärt und gezeigt. Zunächst gabs meinen lokalen Führerschein und ne grobe Info über das Unternehmen an sich. Die Tuktuks gehören nämlich alle Locals, die sich durch die Vermietung etwas dazu verdienen, und auch die ganze Community hier wird mit dem Projekt unterstützt. Deswegen soll man die Dreiräder auch besonders gut und liebevoll behandeln. 

Danach wurde uns die momentan angespannte Situation geschildert und wir bekamen verschiedene Optionen, wie wir an Sprit kommen können. Normal sollte aber unsere Hautfarbe uns schon als Touri ausweisen, sodass man einfach vor gelassen wird. Ziel des Ganzen sind glückliche Touristen, die zu Hause berichten, wie schön es hier ist, und dafür sorgen, dass möglichst viele andere auch wieder hierher kommen. Wird gemacht!

Nun wurden uns unsere Wegbegleiter für die nächsten vier Wochen vorgestellt, I proudly present! Stukkiyi (sprich: Stukkie). Meine eigene Wortschöpfung aus Tuktuk und Stutiyi, was danke heißt.


Es gab einen kleinen Crashkurs in Tuktuk-Mechanik, Tuktuks sind billige Fahrzeuge, die dementsprechend anfällig sind, aber auch leicht repariert werden können. Man muss täglich den Ölstand checken und evtl. etwas nachfüllen, auch die Bremsen müssen gecheckt werden und alle 1000km müssen die Räder neu geschmiert werden. 
Danach wurde es ernst, wir wurden alle verladen und in eine ruhige Seitenstraße gebracht. Die Fahrstunde stand bevor. So ein Tuktuk ist schon ein seltsames Gefährt. Weder Auto noch Motorrad. So muss man mit der linken Hand kuppeln und schalten, mit der rechten Gas geben und mit dem rechten Fuß bremsen. 
Zunächst war starten und vom Leerlauf in den 1. Gang schalten angesagt, dann Anfahren und Bremsen und schließlich in die höheren Gänge schalten (4 gibt es und die Maximalgeschwindigkeit ist 40), was immer wieder mal schiefging, weil der Leerlauf zwischen dem 1. und 2 Gang liegt...
Nach ein paar Bahnen inklusive U-Turns, die wir nach und nach gut meisterten, fuhren wir auf die Hauptstraße, um schneller zu fahren und uns an andere Verkehrsteilnehmer zu gewöhnen. Zuletzt lernten wir noch Rückwärtsfahren, dann waren wir fertig. Es gab noch ein paar letzte Informationen und das Tuktuk wurde auf eventuelle Schäden inspiziert, dann waren wir fertig und durften starten. 
Etwas zittrig machte ich mich auf den Weg zurück zu meiner Unterkunft, zum Glück zum Großteil auf Nebenstraßen. 
Während ich meinen Rucksack holte und von Anjalo 300€ umgetauscht und in kleinen Scheinen zurückbekam, überlegte Black sehr gut, ob er mitfahren sollte. Aber er hat es gut hier, also verabschiedete ich mich von dem kleinen Kerlchen.


Mein heutiges Tagesziel hieß Kandy, liegt im Landesinneren, ca. 110km Fahrstrecke und somit locker 3-4h Fahrtzeit. Es war inzwischen schon fast zwei, also wirklich Zeit loszukommen. Im Dunkeln sollte man nicht unbedingt fahren und spätestens um 7 ist es das. 
Und so ging es los, Stukkiyi ist gut ausgestattet und hat einen Handyhalterung, sodass man gut mit Google navigieren kann (oder die Fahrt filmen). So tuckerte (nee, tukkerte) ich also los und keine 5 Minuten später hielt ich wieder, denn es begann wieder zu schütten. Stukkiyi hat aber Regenrollos, somit mummelte ich mich komplett ein (warm, stickig und mit etwas Benzinaroma). Der Scheibenwischer funktioniert auch und weiter ging es. 
Anfangs war ich sehr auf die Straße konzentriert, der Linksverkehr macht es ja nicht leichter. Aber zum Glück ist zur Zeit ja weniger Verkehr, da man ja immer lange Anstehen muss, um Sprit zu bekommen. So gewöhnte ich mich mit der Zeit immer besser daran und begann auch etwas nach rechts und links zu schauen. 
Gegen drei hielt ich auf einen Saft und einen kleinen Snack, kurze Zeit später ging es serpentinenartig durch die Berge, an einem Viewpoint stoppte ich kurz und wurde gleich wieder freudig von Einheimischen begrüßt!



Ich kam an vielen Tankstellen vorbei, in unterschiedlichstem Zustand von geschlossen bis offen mit kurzen oder langen Schlangen. Als unser Tank etwas unter halb hing, fuhr ich auch lieber mal eine Tanke an. Ein Tank fasst 10l und reicht wohl 100-150km. Ich hielt mal direkt vor der Tankstelle, stieg aus und wurde postwendend an die Zapfsäule gelotst. Wow, so freundlich, auch die wartenden in der Schlange! Für 65km hatte ich noch keine 4l gebraucht. Spritpreise sind fast wie bei uns, kein Wunder, dass sich das hier kaum noch jemand leisten kann!

Die letzten Kilometer bis Kandy wurden die Straßen etwas voller. Grund ist vermutlich das alljährlich dort stattfindende Festival, das mehrere Tage geht (und weswegen ich meine Rundreise auch hier anfangen wollte. Ich hatte mir ein Hostel ausgesucht, aber nichts reserviert, ist ja alles etwas einfacher, wenn man mobil ist. 
Durch das volle Kandy ging es, am Kandy Lake entlang und dann nochmal eine megasteile Straße hoch, die hätte auch zur Transalp gepasst. 
Oben liegt das Drop Inn Guesthouse und Hostel, wo ich direkt bis unters Haus fuhr, Stukkiyi hat also schon mal ein Dach über dem Kopf. Und für mich war das auch kein Problem. Ist nix los, ich bekam für 6,50€ die Nacht ein Einzelzimmer mit eigenem Bad. Und die Aussicht ist toll, auch wenn es jetzt, um halb 7 schon ziemlich grau und dunkel war. Und stürmisch. Morgen sieht man sicher mehr. Oben leuchtet eine riesige Buddha-Statue, unten sieht man etwas vom See. 



Ich bezog mein Zimmer für die nächsten beiden Nächte und startete dann zur Futtersuche. Nicht weit entfernt fand ich Spicy Sri Lankan Kottu mit Vegetables. Kottu ist scheinbar der Name für das dünne Roti-Fladenbrot hier, das wie bei Flädlesuppe klein geschnitten wird und dann ähnlich wie Fried Noodles oder so verarbeitet wird. Nachdem man mir ein Glas Wasser hingestellt hatte, bekam ich etwas Angst, aber so scharf war es dann gar nicht. Nur etwas sehr salzig. 


Danach ging es wieder nach oben und nach Hause. Zunächst in meine Dusche und dann mit Notebook aufs Bett. Tatsächlich mit Leggins, Socken und Pulli! Alle Fenster sind zu, aber oben sind viele kleine Luftlöcher und wie gesagt, es stürmt ziemlich!
Für das Festival bin ich heute definitiv zu müde, das werde ich dann morgen anschauen. Jetzt ist es auch so schon Viertel 10. Ich werde noch etwas für morgen recherchieren, was ich genau machen will und dann hoffentlich gut schlafen!

Comments

Popular posts from this blog

Fazit Sri Lanka

09.08.22 - Wilde Elefanten!!!

23.08.22 - Wandertag!