04.08.22 - Auf nach Sri Lanka! Gewinner der Sitzplatz-Lotterie ist...

Meine letzte Nacht in Dubai hab ich nochmal ziemlich gut geschlafen. Um neun war ich wach und las noch eine Stunde, bevor ich meine Sachen packte. Gegen halb 11 war ich dann auf dem Weg und begann die Reise zwangsweise mit Schwarzfahren. Denn in dieser hochmodernen Stadt kann man an der Tram-Station am Ticketautomaten nur bar zahlen und ich hab kein Bargeld 🤣 Trotz vieler Kontrollen hier hatte ich Glück, was hätte ich auch machen sollen. Zwei Stationen, dann konnte ich in der Metro mit Karte zahlen. Das Ticket zum Airport kostet mal die Hälfte vom Tagesticket, das war also wirklich günstig. Sehr erstaunlich, außer mir war eine einzige weitere Person im ganzen Zug, die mit Gepäck zum Flughafen fuhr. Und das ist das einzige öffentliche Verkehrsmittel dorthin.

Etwa eine Stunde später war ich am Flughafen und ging zunächst zur vollautomatischen Gepäckaufgabe. Online hatte ich schon vorgestern einchecken können. Hier geht das echt komplett alleine. Rucksack aufs Band, Pass in den Automaten, dann kommen der Gepäckaufkleber und der Bordingpass nacheinander raus, man klebt den Anhänger auf und das wars. Das einzig manuelle war die Kontrolle des Impfstatus.


Das alles dauerte nur Minuten (inklusive Anstellen, dabei ist das hier ein einziges Terminal nur für Emirates und dementsprechend viele Menschen müssen hier durch. Ich ging zunächst einmal zum Costa Café, bestellte einen Cappuccino und startete eine Videokonferenz mit meinen PR-Kollegen zu Hause im Lehrerzimmer. Die Unterrichtsverteilung wollte besprochen werden und die Wünsche der lieben Kollegen sollten so gut wie möglich umgesetzt werden. 

Zwischendurch siedelte ich zweimal um, einmal bis vor die Passkontrolle und später dann hinter den Security-Check. Die Passkontrolle verlief auch völlig automatisch und ohne jegliche Wartezeit. Die einzige Station mit echten Menschen ist tatsächlich die Sicherheitskontrolle, aber auch das ging ohne Anstehen. Was haben wir in Deutschland nur für Probleme?!? Mit der Technik hier lässt sich da tatsächlich ordentlich Personal einsparen (Secret Fact: Die Stewardessen sind noch nicht durch Roboter ersetzt…).

Als ich dann zu angegeben Bordingzeit an meinem Gate aufschlug, staunte ich nicht schlecht, denn auch hier war man schnell, das Bording hatte schon begonnen und es hieß schon „Final Call“. Und nochmal wollte man meinen Impfstatus sehen und seltsamerweise mein Visum, dabei gibt es auch die Option zu Visa on Arrival. Sehr suspekt.

Kurz darauf saß ich im Flieger, selbe Reihe, andere Fensterseite. Und der Sieg der Sitzplatz-Lotterie ging heute definitiv an mich! Fenster auf der richtigen Seite mit 270° View auf Dubai und gleich zwei (!) freie Sitze neben mir! So ist Fliegen echt gemütlich. Wie auch immer ich das verdient habe, so sehr stinke ich noch gar nicht… Vielleicht ist es aber auch die Wiedergutmachung für letztes Jahr, wo ich bis zur letzten Sekunde zittern musste, ob ich überhaupt mitfliegen darf.



Mit etwas Verspätung hoben wir dann ab, hier herrscht aber auch ein ordentlicher Verkehr, im Minutentakt starten und landen die Maschinen. In einem 270°-Turn flogen wir genau einmal ums Burj Khalifa herum und außer der Palme sah ich echt alles. Auch das nächste neue Projekt, „The World“, das mitten im Meer Gestalt annimmt (einfach mal auf Google Earth kucken, echt nimmer normal.


Mit einem Film, Essen und Sudoku vertrieb ich mir die Zeit, auch der Blog wurde geschrieben. Um kurz vor halb 11 (3,5h hinter deutscher Zeit) landete ich in Colombo bzw. eigentlich in Negombo, etwas nördlich der Hauptstadt. Entgegen der allgemeinen Meinung kam ich auch nicht langsamer aus dem Flugzeug, obwohl ich sitzen blieb, bis sich die Schlange neben mir vorwärts bewegte... 

Raus aus dem Flugzeug wurde ich von unglaublich angenehmen 29° und hoher Luftfeuchtigkeit empfangen, es hatte wohl bis vor kurzem auch noch geregnet. Mit dem Bus ging es zum Flughafengebäude. Die Immigration dauerte dieses Mal deutlich länger und dann war mein E-Visum online nicht auffindbar, ich musste noch zum Chief Officer, wurde dann aber durchgewunken. Verstehe wer will. Mein Rucksack fuhr schon brav Carosell (ja, so und nicht anders schreibt man das!) und erwartete mich mit seinen süßen 12kg. Zusammen gingen wir nach draußen und an allen Taxis und Bussen vorbei bis zur Hauptstraße, wo Anjalo von meiner Hotel/B&B oder was auch immer mit seinem Tuktuk auf mich wartete. Gleich mal ans richtige Fahrzeug gewöhnen! 

Es ging ca. 15 Minuten durch die Nacht, wenig Verkehr, aber ich weiß ja auch nicht, was hier kurz vor Mitternacht normal ist. Meine Unterkunft liegt in einem ruhigen Wohngebiet, ist garantiert klimaanlagenfrei, dafür begrüßte mich Black, eine süße kleine Babykatze. Jo, ich bin richtig hier! Anjalo erklärte mir gleich noch einiges, dann gingen Black und ich in mein Zimmer. Er spielte, ich ging duschen... Jetzt sitzen wir beide auf meinem Bett, ich schreibe Blog, er stört mich dabei 😍 Den Rucksack hat er auch schon untersucht, vielleicht steigt er morgen ja versehentlich ein?!? 


So, jetzt noch ein paar Bilder dazu, dann machen wir das Licht aus. Ist auch schon halb 1 inzwischen. Morgen muss ich Tuktuk fahren lernen, dazu muss ich fit sein ;-) Aber wenn sich eine Babykatze an einen kuschelt, weiß man irgendwie, dass man hier richtig ist 🤩

 

Dubai Fazit:

Kann man machen, muss man aber nicht 😉 Wie so vieles, es ist Geschmackssache und meiner ist es nicht. Zu viel dreht sich hier um Geld, es muss von allem das größte, beste und teuerste sein, alles andere scheint nicht zu zählen. Wenn die Highlights schon ein Hotel und eine Shopping Mall sind statt ein Nationalpark oder ein alter Tempel, sagt das doch einiges aus. Großstädte sind nicht meines und diese hier wohl am allerwenigsten. Obwohl die Kohle dazu ja echt vorhanden ist, wird einfach nix in Sachen Umweltschutz getan. Auch auffällig ist, dass alle schlecht bezahlten Jobs nach wie vor entweder von Afrikanern, Indern oder anderen Asiaten gemacht werden, weder europäisch noch arabisch aussehende Menschen findet man bei den Bauarbeitern, Straßenkehrern oder sonstigen einfachen Tätigkeiten. Übrigens, einen Job würde ich hier vielleicht doch machen, hab gestern einen Trupp Fensterputzer hoch oben hängen sehen 😎

Aber wie gesagt, ob einem Dubai gefällt oder nicht, muss jeder für sich selbst herausfinden. Ich bereue es nicht, hierhergekommen zu sein (gut, ein Tag weniger hätte gereicht), aber damit ist es auch gut. Länderpunkt gesammelt und abgehakt. Vielleicht gebe ich dem Land ja nochmal eine Chance, wenn ich mit Etihad und über Abu Dhabi fliege 🤣

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