02.08.22 - Kleiner Ausflug in die Wüste
Heute Nacht wars ziemlich lang ziemlich laut, ich hab dementsprechend nicht wirklich gut geschlafen. Und dann kam ja auch wieder die Trulla über mir... Wie man hier dauerhaft leben kann, ist mir ein Rätsel. Und dabei gibt's sogar Airbnbs mit Privatzimmern zu ähnlichen Preisen (hatte mich dagegen entschieden, weil ich dachte, im Hostel trifft man auf Gleichgesinnte, such den Fehler...). Später wurde es dann besser und so lag ich wieder bis halb 10 im Bett. Aber mein heutiges Programm startete sowieso sehr spät.
Ich begann den Tag in Pulli und langer Hose mit Blog schreiben und anschließendem Frühstück. So war es wieder 12 bis ich mich nach draußen begab, wo ich eigentlich noch 2h zum Pool wollte. Das war aber gar nicht so einfach. Der Pool meines Vertrauens war mit einer Kette abgeriegelt. Bei zwei weiteren braucht man eine Chipkarte und der mit der offenen Tür war der für die High Society... Von dem aus sah man aber, dass "mein" Poolboy am Pool war, sich aber eingeschlossen hatte...
Also zunächst Rückzug zum Hostel, unterwegs traf ich auf zwei Inder aus dem Hostel, die ebenfalls vor dem verriegelten Pool standen. Gemeinsam organisierten wir uns die einzige Chipkarte und schließlich kam ich endlich ans Wasser. Juhu! Das ist echt das einzig erfrischende hier, ich bin mir sicher, dass das gekühlt wird... Ich verbrachte eine gute Stunde am und im Pool, las etwas und lief um 2 zurück.
Im Hostel kam auch schon die Nachricht meines heutigen Guides und Fahrers Yousaf, dass er mich um drei abholen würde. Perfekt, somit hatte ich noch Zeit für einen eisgekühlten Kaffee im Café gegenüber.
Mir ist es gar nicht aufgefallen, Anke hat mich darauf aufmerksam gemacht, es ist ein echtes Glas!!!
Um drei stand ich also an der Straße und wie so oft bei irgendwelchen Touren: ich wartete. Und wartete. Und wartete. Um dreiviertel vier (!) wurde ich dann doch endlich abgeholt. Hätte man ja nochmal schreiben können, das war ja auch vor drei schon absehbar, dass das mal so gar nix wird...
Ok, die Fahrt ging los und unterwegs holten wir noch eine supernette pakistanische Familie mit süßer zweijähriger Tochter ab. Somit waren wir vier Pakistani und ich. Die Eltern entschuldigten sich halt wirklich "for any inconvenience" wegen ihrer Tochter. Ich klärte sie dann über meine fünf Nichten und Neffen sowie meine Beruf auf und meinte, dass die kleine Maus kein Grund sein kann, sich zu entschuldigen und schon gar nicht prophylaktisch 🤣 War dann auch die ganze Zeit echt nett und wir unterhielten uns gut. Und Pakistan ist auf meiner Bucketlist auch wieder etwas höher gerutscht...
Auf dem Weg in die Wüste wurden uns natürlich alle möglichen größten, höchsten, längsten, ... der Welt gezeigt, Hauptsache Superlativ eben. Ich tendiere trotzdem noch zu protzigste, bescheuertste, größenwahnsinnigste...
Nach etwa einer Stunde auf riesigen mehrspurigen (breitesten?) Highways kamen wir an unserem ersten Ziel an. Ich würde es Touristen-Umschlagplatz nennen. Hier wurden alle zusammen gekarrt, man versuchte uns mit Arafat-Tüchern, kalten Getränken und sinnlosem Schnickschnack zu versorgen und dann hieß es wieder: Warten... Denn die eigentliche Wüstentour ging erst nach halb 6 los... So kann man gut 7-stündige Touren anbieten, wenn man dann irgendwo 2h mit Warten beschäftigt wird.
Ach ja, man konnte natürlich das Upgrade Quad fahren dazubuchen. Für 30€ extra etwa (zu den 65€ Tourpreis). Hatte ich ca. 1 Sekunde drüber nachgedacht und war jetzt verdammt froh, das Geld nicht sinnvoll aus dem Fenster geschmissen zu haben. Denn Quadfahren hier bedeutete, dass man auf einer ebenen sandigen Fläche (vielleicht so groß wie vier Fußballfelder) herumfahren durfte. Die absolute Verarsche also! Ach ja, natürlich konnte man danach das Foto von sich käuflich erwerben...
Meine Erwartungen (eh nicht besonders hoch) sanken noch weiter. Endlich war es dann soweit und wir stiegen in unseren Jeep, um in kleinen Konvois von 5-6 Autos durch die Wüste zu heizen. Das war schon echt nicht schlecht. Aber in geschlossenen, klimatisierten, hochmodernen Jeeps jetzt auch nicht sooo das Abenteuer. Die Beach-Buggies in Brasilien waren da doch eine Nummer geiler!
Yousaf stellte sich aber als sehr guter Fahrer heraus im Gegensatz zu dem vor uns, denn der fuhr sich gleich zweimal oben auf einer Düne fest und musste runter geschleppt werden.
Nachdem die Bilder im Kasten waren, fuhren wir noch ein kleines Stückchen weiter durch die Wüste und dann ging es auch schon zu einem touristischen "Wüstencamp" mit großer Bühne in der Mitte und vielen Tischen außenrum. Hier gab es Essen, Shisha und Show, wie halt bei jeder typischen Touri-Bespaßung. Ach ja, Kamelreiten konnte man auch noch (vermutlich auch im Kreis) und Henna-Tattoos gab es auch kostenlos.
Die Shisha war auch inklusive und so gönnten wir uns auch gleich eine, während wir aufs Essen warteten. Das war gar nicht schlecht, aber dafür mal wieder auf dem schlimmsten aller Einwegteller: Styropor. Einfach unglaublich hier.
Vor und nach dem Essen gabs dann noch drei Shows, eine Bauchtänzerin, ein ägyptischer Tänzer (natürlich der beste des Landes) und die obligatorische Feuershow.
Gegen 9 waren wir dann wieder auf dem Heimweg und es ging durchs nächtliche, aber definitiv nicht dunkle Dubai zurück. 7h-Tour also nur mit sehr viel Fantasie 🤣
Fazit: Ganz nett, aber für das, was man tatsächlich bekommt - wer hätte es gedacht - völlig überteuert. Aber ich kann einen Haken setzen hinter Wüstentour.
Ich ging auf direktem Weg und voll bekleidet in die Dusche und entsandete mich erst einmal. Danach wurden die Fotos sortiert und es ging mit dem Kindle ins Bett.
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