01.08.22 - Noch ein Tag in der Großstadt mit zu viel Geld für sinnlose Prestige-Objekte

Heute Nacht hab ich schon deutlich besser geschlafen. Auch wenn die Trulla über mir wieder gegen 4 oder 5 heimkam und sich dann ewig rumgewälzt hat oder was weiß ich, jedenfalls hat das ganze Bett gewackelt. Am Abend gab's übrigens eine Aufklärung am Pool durch einen Syrer, der auch hier im Hostel lebt. Die meisten hier sind nämlich tatsächlich keine Touris, sondern wohnen und arbeiten hier. Und weil Dubai so scheiße teuer ist, können sich viele nur ein Bett im Hostel leisten. Was die alle hier hält, ist mir ein Rätsel, aber es erklärt einiges an seltsamem Verhalten (Türen knallen nachts und nicht grüßen erklärt es aber irgendwie trotzdem nicht).

Früh war ich dann gegen halb 10 wach und begab mich erstmal (mit langer Hose) ins Wohnzimmer zum Blog schreiben. Angeblich hats 24-26° hier drinnen, aber es pustet halt doch immer dieser gemeine kalte Luftzug. Danach gabs Frühstück. Es war dann schon nach halb 12 bis ich hier loskam. Heute startete ich direkt mit der Tram vor der Tür, um zwei Stationen zur Metro zu fahren. Das muss ich hier wohl immer schwarz machen, denn der Ticketautomat nimmt keine Karten 😏 Nur die in den Metro-Stations. Aber Hauptsache, die AC in den Stationen und Zügen funktioniert!

Heute wollte ich in Richtung Old Dubai, allerdings mit zwei Stopps auf dem Weg. Zunächst ging's zum Dubai Future Museum. Das läuft wohl unter der Kategorie "außergewöhnlichstes Gebäude der Welt". Heute war es für eine Privatveranstaltung geschlossen. Das ersparte mir die Entscheidung, ob ich rein will. Will ich wohl eher nicht. 


Dort drin sind Zukunftsvisionen zu sehen, wie Dubai die Zukunft sieht. Davor graut es mir, ganz ehrlich! Was die hier sinnlos an Geld verpulvern durch Gebäude, die kein Mensch braucht! Ich will gar nicht wissen, wie vielen Menschen man damit eine sichere Zukunft bieten könnte, wenn man es sinnvoll einsetzen würde. Dazu kommt, dass man hier ganz offensichtlich komplett auf Umweltschutz scheißt. Nur riesige, eisgekühlte Spritschleudern auf den Straßen, nirgends auch nur ein Solarpanel (ist ja nicht so, dass das hier nicht funktionieren würde) und von Plastik- und Müllvermeidung hat hier auch noch niemand was gehört... Sie arbeiten perfekt mit der Erderwärmung zusammen, da kann man fast nur hoffen, dass ihnen damit ihre bescheuerten künstlichen Inselchen mit absaufen! 🤬

Ich glaube man merkt, ich fühl mich super wohl in dieser Stadt!🤣Vier Tage sind für mich absolut ausreichend, das brauch ich wirklich nicht mehr! Und schon ging es weiter zum nächsten sinnlosen Prestigeobjekt, dem Dubai Frame. Ein riesiges Bauwerk in Bilderrahmenform ohne den geringsten (für mich erkennbaren) Sinn dahinter. Steht da rum um gut auszusehen. Oder für ca. 15€ kann man hochfahren. Nee danke, ein kostenloser Blick von außen reicht mir völlig. Dank eines Caches fand ich dafür auch den besten Spot, definitiv besser, als wenn ich direkt davor stehe.


Mit einer letzten Kombination aus Bus und Metro (dieses Mal sogar der erste Wechsel zur 2. Linie, die es gibt und zum ersten Mal wirklich unterirdisch) fuhr ich zum Dubai Creek, auf dessen anderer Seite der ältere Teil Dubais liegt. Zunächst schlenderte ich einmal auf dieser Seite entlang, hier gefällt es mir doch gleich besser. Auch wenn der Weg durch den Souk genauso anstrengend war wie der durch die Shoppingstraße in Luxor. 

Dank eines weiteren Caches entdeckte ich ein altes, perfekt restauriertes Viertel, das relativ ausgestorben wirkte. Das war auch eher nach meinem Geschmack. Auch kam es mir dort minimal weniger heiß vor, da immer wieder ein bisschen warmer Wind wehte. Dort gab es dann einen absolut überteuerten Iced Latte - in Plastik, obwohl das Café einen echt guten Eindruck machte. Es geht einfach nicht ohne hier. Aber es war eine angenehme Erfrischung. Inzwischen war es auch schon drei oder so, aber Hunger hatte ich noch gar keinen.

Dann ging es mit einem kleinen Boot auf die andere Seite des Creeks, an den Preisen merkt man den Unterschied zur übrigen Stadt, denn die Überfahrt kostet gerade mal 30ct. 

Drüben ging es dann durch die diversen Souks. Leider auch hier nicht entspannt. Dabei gäbe es hier durchaus einiges zu sehen, aber bei den aufdringlichen Verkäufern laufen meine Füße einfach immer schneller. 

Dann kam ich zu dem absolut krassesten Platz der ganzen Stadt, dem Gold Souk. Was hier in den Schaufenstern steht, wenn man das zu Geld machen würde, könnte man vermutlich Millionen bis Milliarden an Menschen helfen. Und klar, wieder ein Weltrekord, der größte Ring der Welt (59kg Gold, 5kg Diamanten) steht hier im Schaufenster um beglotzt zu werden. 


In dieser Stadt dreht sich echt alles nur um Geld und darum, zu zeigen, wie viel man davon hat, egal ob mit Schmuck, Kleidung oder Autos. Nein, das ist definitiv kein Platz, an dem ich leben möchte!

Ich lief noch durch den Gewürz-Souk, aber auch hier konnte man nicht wirklich stehen bleiben und schauen, dann nahm ich wieder ein Boot zurück. 

Gegen halb 5 suchte ich mir ein Restaurant direkt am Wasser, dort gab es diesen leckeren Egyptian Pie, gefüllt mit Käse und Gemüse. Wobei der Hunger immer noch nicht so groß war. Doch um sechs wollte ich mit der Ferry zurück bis zur Marina fahren, deshalb brauchte ich zuvor was zu essen. 

Die fuhr auch nur wenige Meter weiter ab. Die zweistündige Fahrt gab es für ca. 15€ und sie sollte 2h dauern. 

Es ging raus auf den Creek und dann die Küste entlang, vorbei an der Skyline, die allerdings von hier aus deutlich sichtbar in der Suppe hing. Auch von dieser Seite aus fand ich es wieder ziemlich erschreckend, wo und was überall gebaut wird. Einfach nur crazy! 

Ansonsten zog sich die Fahrt doch ziemlich, wir waren auch recht weit von der Küste entfernt. 

Zum Abschluss gab es dann noch einen Blick auf das berühmte Hotel Atlantis auf der Palmeninsel, ohne Strand nach außen, dafür eine Straße davor, wer braucht denn sowas?!? Gerade gekuckt auf Google Maps, die Strände gehen alle nach innen zur Palme hin. Schön mit Blick auf die anderen Hotels und die Großstadt, garantiert wellenfrei. Nee, das ist nicht mein Verständnis von Strandfeeling!

Bevor wir in die Marina einfuhren, passierten wir noch das Ain Dubai, das - man könnte es vermuten - größte Riesenrad der Welt. Ohne Superlative können die echt nicht hier. 

Bin echt gespannt, was passiert, wenn dieser Planet endlich auf erneuerbare Energien umstellt bzw. hier einfach das Öl aufgebraucht sein wird...

Von der Marina lief ich dann nochmal etwa 10 Minuten (einmal außenrum) zum Hostel. Ich holte meinen Bikini und ging noch für ne Stunde oder so an den Pool. Um die Zeit ist das dort echt angenehm und entspannt. 

Danach gings in die Duschen und noch etwas auf den Balkon zum Fotos sichten. Aber das scheint meinem Notebook dann doch etwas zu heiß zu sein, es glühte ordentlich und somit wechselte ich dann doch irgendwann in Richtung Bett. 

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