02.01.22 - Weiterfahrt nach Luxor: Karnak-Tempel
Zurück im Hostel schockte mich
Girard dann mal noch kurz. Er meinte, er wollte für heute ein Zugticket kaufen
und hätte keines bekommen, da wohl irgendwelche Probleme auf der Strecke
zwischen Luxor und Kairo wären und daher gar keine Züge fahren würden. Danke,
genau das wollte ich zum Einschlafen hören…
Trotzdem schlief ich relativ
gut, ließ sich ja zunächst eh mal nicht ändern. Um Viertel 7 klingelte der
Wecker, ein Viertelstunde später war ich auf dem Weg. Die Fähre ließ nicht
lange auf sich warten und auch der benötigte Taxifahrer stand auf der anderen
Seite gleich bereit. So war ich schon kurz vor 7 am Bahnhof. Ich ging durch den
Security-Check, den die hier überall haben, man warf einen Blick auf mein Ticket
und ich durfte passieren. Am Bahnsteig standen schon verdammt viele Leute, es
machte nicht den Eindruck, dass hier heute nichts fährt. Von zwei Schweizern,
die ebenfalls warteten, erfuhr ich aber, dass gestern tatsächlich keine Züge
fahren konnten. Vielleicht war es deshalb auch besonders voll.
Um halb 8 sollten wir
abfahren, etwa gegen Viertel 9 kam der Zug dann, immerhin. Und schon einen
halbe Stunde später (🤣) setzte er sich wirklich in Bewegung. Zur
Feier des letzten Zuges hatte ich mich 1. Klasse gegönnt, gerade mal 1€ teurer
(also knapp5€), etwas bequemere Sitze, aber ähnlich dreckig und eisig kalt. Ob
kälter als im restlichen Zug weiß ich nicht, aber ich war wieder einmal froh
über die Daunenjacke und die dicken Socken. Hätte nicht gedacht, dass ausgerechnet
das das Must-have in Ägypten sein könnte.
Gegen 12 kamen wir in Luxor an
und es war spürbar kühler als in Assuan. Mit Pulli nicht wirklich zu warm,
zumindest im Schatten. Bis zu meinem Hostel waren es wohl keine 300m. Das Sweet
Hostel (wenn man auf Booking bucht), das New Everest (auf Hostelworld), sehr
strange… Ich wurde wieder einmal freundlich empfangen und in mein Zimmer
geleitet. Moment, da standen 3 Betten, zwei davon belegt. Ich musste nochmal
kucken, aber ja, ich hatte hier ein Einzelzimmer gebucht, denn das kostete
nicht mal 10€ die Nacht inklusive Frühstück. Also schnell reklamiert und
umgezogen. Das Zimmer ist nicht viel größer als das Bett, aber es mal mein
eigenes. Für den Preis kann man da ja nicht meckern.
Ich packte kurz den Rucksack
um, dann war ich schon wieder startklar, denn ich wollte heute noch zu dem
berühmten Karnak-Tempel, etwa 3-4km nördlich von mir. Der Hosteltyp wollte mir
ein Fahrrad andrehen, doch das steht erst morgen auf dem Plan, wenn es zum
Westufer hinüber geht. Heute wollte ich Microbus fahren. Er faselte was, von
wegen, da könnte mir leicht was abhandenkommen usw. aber ich wollte wirklich
nicht mit dem Fahrrad länger durch die Stadt fahren. Also verriet er mir doch
noch, wo ich einen Bus finden würde. Auf dem Weg deckte ich mich mit ein paar
frischen spottbilligen Fladenbroten ein, das ging schnell und macht satt.
Vorm Bahnhof sollte ich nach
dem richtigen Microbus fragen, schon beim 1. hatte ich Erfolg, er fuhr genau
dorthin, wo ich hin wollte. Und entgegen der Aussage im Hostel kostete es mich
auch nur 2 und nicht 5 Pfund. Der Fahrer war begeistert, der Beifahrer auch, Win-win
für alle! Wenige Minuten später sprang ich vorm Eingang zur Tempelanlage wieder
raus. Der Parkplatz versprach ein ordentliches Gedränge. Angeblich gibt’s hier
Zeiten, zu denen weniger los ist, aber gefühlt ist es ständig voll.
Ich zahlte meinen Eintritt, entgegen der Preisliste kostete die Kamera doch nicht extra, und lief dann zum eigentlichen Eingang. Dort war tatsächlich ordentlich etwas los und in den zentralen Bereichen herrschte ein ziemliches Gedränge. Aber sobald man etwas seitlich auswich, wurde es auch schnell leerer.
Und schon wieder staunte ich nicht schlecht. Kaum hatte ich bestellt, kamen zwei, die mir bekannt vorkamen, nach kurzem Überlegen hatte ich es: Mutter und Sohn aus den USA, ich hatte sie auf der Zitadelle in Kairo fotografiert und sie mich. Ihre Eltern stammten aus Deutschland. Sie setzten sich zu mir an den Tisch und wir unterhielten uns echt gut, während wir aßen. Ich hatte wieder mal diesen Pfannkuchenverschnitt, jetzt weiß ich auch endlich, wie das Ding heißt: Feteera. Dieses Mal gefüllt mit Käse und Spinat. Kaum war die Sonne weg, wurde es schnell wieder kalt, dazu kam auch mal wieder dieser miese Wind.
So trennten sich um halb 6 unsere Wege, ich steuerte noch ein Café in der Nähe an. Mir war nach einem Cappuccino und ich hatte Glück, das Café meiner Wahl hatte welchen, der auch gut und richtig heiß war, das war besonders wichtig, weil ich so ausgefroren war.
Danach lief ich zum Hostel mit kurzem Umweg am Bahnhof und seinem ATM vorbei, für morgen brauchte ich noch etwas mehr Bargeld. Gegen halb 7 war ich zurück. Ich machte eine kurze Inventur meines Rucksacks und stellte fest: mit 2x Unterhose und 1x Socken waschen sollte ich bis nach Hause hinkommen. Da ich weniger schwitze als erwartet, geht auch mal zwei Tage das gleiche Shirt 😂 Und Socken sind eh nach wenigen Metern sandfarben, da lohnen sich frische auch nur, wenn die alten selbständig davonrennen... Also durften die mit mir zusammen in die Dusche. Die ist hier genauso bescheuert wie in Assuan: eine Duschwanne neben dem Klo, aber keinerlei Abtrennung. Das Ergebnis ist recht nass... Aber die Dusche war super schön warm. Danach gings in mein Zimmer, Fotos sichten und Blog schreiben. Jetzt ist es neun, ich werde den faulen Modus einleiten...
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